Innenentwicklung: Wohngebiet "Owinger- / Alte Owinger Straße"
Rahmenplanung Owinger- / Alte Owinger Straße

Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen fördert im Rahmen des Programms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ in diesem Jahr neunzehn Projekte sowie einen neuen Flächenmanager mit rund 941.000 Euro. Mit den Konzepten sollen durch mehrfache Nutzung von Flächen die Stadt- und Ortskerne belebt sowie der Außenbereich geschont werden. Die Stadt Überlingen erhält für die Maßnahme zur Wohnraumbeschaffung und Nachverdichtung im Bestand „Alte Owinger-/Owinger Straße“ eine Fördersumme von 78.001,50 Euro.
In dem bis Ende August 2026 laufenden Projekt wird durch ein interdisziplinäres Planungsteam aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Bürgerbeteiligung ein Rahmenwerk erarbeitet, mit dem eine Aktivierung und Steuerung des Innenentwicklungspotentiale erreicht werden soll.
Gegenüber einer ungelenkten Verdichtung („schleichende Nachverdichtung“ nach §34: Aufkaufen und zusammenlegen von Grundstücken durch Bauträger, Bebauung mit ortsbildfremden Geschoßwohnungsbauten) erlaubt eine Steuerung der Verdichtung, den Quartierscharakter zu erhalten und eine klimagerechte, ressourcenschonende Innenentwicklung einzuleiten.
Eine Anknüpfung bei der Bewohneridentifikation wirbt für Kooperation, sensibilisiert für gemeinwohlorientierte Maßnahmen und stärkt den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft.
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Aufstellung Bebauungsplan "Owinger Straße" mit Veränderungssperre

Der Gemeinderat hat am 28.05.2025 in öffentlicher Sitzung den Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes "Owinger Straße" beschlossen. In selbiger Sitzung wurde zur Sicherung der Planungsabsichten eine Veränderungsperre erlassen.
Anlass und Erfordernis der Planung
Der räumliche Geltungsbereich umfasst einen überwiegend bebauten Teil des nördlichen Siedlungsrandes Überlingens. Da bislang kein Bebauungsplan besteht, ist das Gebiet planungsrechtlich dem unbeplanten Innenbereich nach §34 BauGB zuzuordnen.
Das Plangebiet ist ein Teilbereich eines größeren Areals, das seit Dezember 2024 durch die Rahmenplanung „Owinger-/Alte Owinger Straße“ einer geregelten städtebaulichen Transformation zugeführt wird. Aufgrund der Nähe zur Überlinger Innenstadt sowie der nördlich angrenzenden Landschaft, deren ökologischer Wert und Attraktivität teils als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist, sowie bestehender Sichtverbindung zum Bodensee, ist das Gebiet als hochattraktiver Wohnstandort anzusehen, der seine städtebauliche Eigenart als „dichtes Einfamilienhausgebiet“ großteils bewahren konnte. Der bestehende Gebietscharakter ist überwiegend ein reines Wohngebiet mit Einfamilienhäusern in offener Bauweise. Dieser Gebietscharakter soll erhalten und geschützt werden.
Um die Modernisierungstätigkeit zu fördern, die Nutzungsintensivierung und Nachverdichtung im Bestand innerhalb einheitlicher Regelungen zu ermöglichen, dabei aber die bestehende bauliche Dichte, die Maßstäblichkeit und im Freiraum vorhandene qualitätvolle Strukturen des Gebietes zu erhalten, wurde die o.g. Rahmenplanung im Zuge des Programms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ durch das Land B-W bewilligt.
Für den Belang Klimaschutz und Klimaanpassung soll die Regenwasserrückhaltung im Gebiet gesichert, gestärkt und einheitlich geregelt werden. Landschaftlich sensible und ökologisch wertvolle Übergangsbereiche zum angrenzenden Landschaftsschutzgebiet, zu Bächen und landwirtschaftlich genutzten Nachbararealen sollen gesichert, gestärkt und einheitlich geregelt werden. Übergeordnete Grünzüge und Kaltluftleitbahnen sollen im Be-stand gesichert werden. Weitere Oberflächenversiegelung soll vermieden werden, wo im-mer möglich, soll Entsiegelung stattfinden.
Ziele und Zwecke der Planung
Die Attraktivität des Wohnstandorts, sowie die hohen Grundstückspreise führen in den letzten Jahren zu einer intensiven baulichen Nachverdichtung auf einzelnen Grundstücken im Gebiet, bei der Einfamilienhäuser durch bis zu viergeschossige Geschoßwohnungsbauten ersetzt wurden. Dieser ungesteuerte Veränderungsprozess lässt eine städtebauliche Heterogenität entstehen, die den Gebietscharakter nachteilig verändert. Die spürbaren Folgen in Gestalt überlasteter Infrastruktur, abnehmender klimatischer Resilienz sowie gestalterischer Defizite machen eine konkrete Steuerung und Ordnung der zukünftigen städtebaulichen Entwicklung erforderlich. Die Stadt Überlingen beabsichtigt daher, erstmals einen qualifizierten Bebauungsplan aufzustellen.
Die in der Rahmenplanung gemeinsam mit Anwohner/Innen erarbeiteten formulierten städtebaulichen Ziele sollen nun mit dem Bebauungsplan „Owinger Straße “ weiterentwickelt und rechtsverbindlich gesichert werden.
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Dokumentation INFORMATIONSTAGE Umbau und Quartiersentwicklung
Ausstellung + Kompaktinformationen + Stadtteilspaziergang
mit Dr.-Ing. Günther Prechter, Architekt, Stadtplaner und Bernadette Siemensmeyer, Landschaftsarchitektin 365° freiraum + umwelt


Für die Informationstage am 8. und 9. Mai wurde ein Teil des zentralen Kreuzungsbereichs in der Owinger Straße zur autofreien Fläche für die Ausstellung „Mehr Leben im Eigenheim“ und den Dialog mit den Anwohnern des Quartiers Owinger- / Alte Owinger Straße.
Einen ersten anschaulichen Einstieg in die Entwicklungsmöglichkeiten von Eigenheimen bot die kompakte Wanderausstellung „Mehr leben im Eigenheim“, Teil des Strategiedialogs Baden-Württemberg, betreut von zwei Architektur-Studentinnen der Hochschule für Technik, Stuttgart (https://mehr-leben-im-eigenheim-bw.de/).
Die attraktive Ausstellung machte auf das Thema aufmerksam, für mehr Informationen konnte auf die ausführliche Ausstellung im Pflanzenhaus verwiesen werden.

An beiden Tagen führte das Moderationsteam an den Informationswänden zur Rahmenplanung durchgehend Gespräche mit interessierten Anwohnern - über die umfangreiche Bestandsaufnahme und die konzeptionellen Überlegungen des Planungsteams kam man schnell ins Gespräch über die Zukunft des Viertels. Den Besuchern war der angesteuerte Verdichtungsprozess der vergangenen Jahrzehnte mit all seinen negativen Auswirkungen sehr bewusst und die Initiative der Kommune wurde durchweg begrüßt.
Die Vorschläge zum Erhalt des Quartierscharakters, zur Aufwertung des Strassenraums, Verhinderung weiterer Verdichtung und Versiegelung sowie der Zweit- und Ferienwohnungen wurden als notwendig angesehen.
Bürgermeister T. Kölschbach und das Planungsteam, Bernadette Siemensmeyer und Dr. Günther Prechter, erläuterten am Samstag persönlich das Konzept und die bevorstehenden Maßnahmen und standen für Fragen und konkrete Beratung zur Verfügung. Ein Spaziergang mit den Experten führte zu interessanten Orten und Objekten der Planung, an denen die Problematik erläutert und diskutiert werden konnte.

Ergänzend zur kompakten Version der Wanderausstellung „Mehr leben im Eigenheim“, Teil des Strategiedialogs Baden-Württemberg, wird die komplette Ausstellung zwei Wochen lang, bis zum 25.05. im Pflanzenhaus der Stadt Überlingen gezeigt.
https://mehr-leben-im-eigenheim-bw.de/
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Dokumentation Bürgerspaziergang am 20.09.2025
Kompaktinformationen + Stadtteilspaziergänge
mit Dr.-Ing. Günther Prechter, Architekt, Stadtplaner und Bernadette Siemensmeyer, Landschaftsarchitektin 365° freiraum + umwelt





Bei der ersten Gelegenheit nach den Sommerferien lud die Stadt Überlingen alle interessierten Bürger:innen des Quartiers an der Owinger/ Alten Owinger Straße zu einem Stadtteilspaziergang ein. Dabei ging es um eine knappe Information zu den Zielen der Stadt, zur Innentwicklung des Einfamilienhausgebietes an der Owinger/ Alten Owinger Straße.
Insbesondere aber ging es um eine Sensibilisierung der Anwohner:innen für die Herausforderungen der Quartiersentwicklung hinsichtlich ökologischer und klimatischer Belange, der Siedlungsentwicklung und der Neuordnung des Verkehrs.
Der Spaziergang bot einen lockeren Rahmen, um darüber mit den Anwohner:innen ins Gespräch zu kommen. Zu Beginn informierte Thomas Kölschbach, Baubürgermeister der Stadt Überlingen, kompakt zum Rahmen des Projekts und überließ die Bürger:innen dann der fachkundigen Führung durch die Architekt:innen.
Im Verlauf des Spaziergangs trugen die Teilnehmer:innen und auch Eigentümer:innen am Weg ihr vielfältiges Wissen bei, öffneten spontan Gartentüren und gaben einen direkten Einblick in die bisherigen Entwicklungen des Stadtteils, zeigten vorbildhafte Ansätze und wiesen auf problematische Entwicklungen hin.
So konnten die Planer:innen im entspannten Rahmen Wissen vermitteln aber auch wertvolle Alltagserfahrungen und Einblicke mitnehmen.
Im Frühjahr werden die Konzepte so weit sein, dass sie vor Ort präsentiert und mit den Bürger:innen diskutiert werden können – die Einladung erfolgt rechtzeitig.
Spaziergang 1
14:00 - 16:00 Uhr entlang des Nellenbachufers
- Kompaktinformation zu den Zielen der Entwicklungsmaßnahme
- Spaziergang: Aufenthaltsqualität der Straßenräume, Fußwegenetz, ökologische Bedeutung des Nellenbachufers, Gärten, versickerungsoffene Flächen
15 Teilnehmer:innen
Spaziergang 2
16:00 - 18:00 Uhr entlang der Alten Owinger Straße
- Kompaktinformation zu den Zielen der Entwicklungsmaßnahme
- Spaziergang: Aufwertung des Straßenraumes im Rahmen der geplanten Erstinstandsetzung, Sicherheitsaspekte, Gehweg, Baumstandorte
26 Teilnehmer:innen
Hier können Sie die Dokumentation zum Spaziergang einsehen und downloaden!
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Dokumentation Auftaktveranstaltung am 29.03.2025
Umbau und Quartiersentwicklung



Der schriftlichen Einladung an alle Haushalte im Untersuchungsgebiet an der Owinger bzw. Alten Owinger Straße waren ca. 150 Anwohner:innen in den Schulungssaal der Feuerwehr gefolgt. Zunächst stellte Bürgermeister Thomas Kölschbach dem interessierten Publikum die Ziel der Kommune vor - eine geregelte Innenentwicklung und den Erhalt des Quartierscharakters und die Notwendigkeit eines Entwicklungs-konzeptes, das die Bebauung sowie die Freiräume in den Blick nimmt. Für das Planungsteam, bestehend aus Günther Prechter, Architekt und Stadtplaner und „365° Landschaftsarchitektur“ aus Überlingen, vertreten durch Bernardette Siemensmeyer, erläuterte Dr. Günther Prechter kurz die Arbeitsweise und das Vorgehen in den kommenden eineinhalb Jahren.
Bei vielen Eigentümer:innen steht eine energetische Renovierung oder ein Umbau an, um die Gebäude fit für alternde Bewohner:inne oder die nächst Generation zu machen. Dabei möchte die Stadt Überlingen die Eigentümer:innen konkret unterstützen und hat im Rahmen des Infotages 5 Expertinnen eingeladen, die einen ca. 15-minütigen Impuls aus ihrem Fachgebiet boten: -
Umbau und Sanierung , Wolfgang Selbach, Architekt
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, Stefan Hubenschmid, Arch., Sachverst.
Stadtnatur, Biodiversität, 360° Landschaftsarchitektur
Barrierefreiheit, Stefanie Schleich, Architektin
Wohnen im Alter, Theresa Adam, Beraterin DRK
Im Anschluss standen die Expertinnen an Beratungstischen für Gespräche und Fragen zum Umbau des eigenen Hauses zur Verfügung. Das Moderationsteam lud die Teilnehmer:innen ein, ihre Kenntnis des Quartiers einzubringen: Stärken und Schwächen, besondere Qualitäten und Orte sowie Anregungen für die Planer:innen.


Erfassung des Wohnorts
Die Teilnehmer:innen waren gebeten, ihren Wohnort im Luftbild zu markieren – wie die Punkteverteilung zeigt, konnten Menschen aus allen Teilen des Quartiers erreicht werden.



Stärken- und Schwächenanalyse (Alte Owinger Straße)
Am Beteiligungstisch wurde zahlreiche Stärken und Schwächen im Luftbild markiert, es wurde intensiv diskutiert und das Moderationsteam konnte viele wertvolle Hinweise für die Erarbeitung des Entwicklungskonzepts aufnehmen:
Häufigstes Anliegen ist die Verbesserung für Fußgänger:innen, die Ergänzung von Gehwegen und Schaffung von Querungshilfen, insbesondere an der Kreuzung Owinger-/Alte Owinger Str.
Auch der über die Jahre immer schlechter werdende Zustand der Straßen bewegt die Bürger:innen, die eine möglichst schnelle Sanierung der Straßen fordern.
Auch die Menschen im Quartier sehen Grundstücksverkäufe und ungeregelte Nachverdichtung sehr kritisch und beobachten einen schleichenden Verlust des sozialen Zusammenhalt und des gewachsenen Gebietscharakters. Zudem stellen die zum Teil sehr umfangreichen Baustellen eine große Belastung dar. Die Frage nach gesetzlichen Möglichkeiten wurde mehrfach gestellt.
Einen hohen Wert, der unbedingt geschützt werden soll, sehen die Teilnehmer.innen in der Lage des Quartiers mit seiner Nähe zu den umgebenden Naturräumen.


Unterstützungsbedarf bei Umbau und Sanierung
Am Beteiligungstisch wurden Karten ausgegeben, auf denen weiterer Beratungsbedarf angegeben werden konnte. Interesse an weiteren Beratungsangeboten wurde zu barrierefreiem Umbau, Wohnen im Alter und zu neuen Wohnmodellen geäußert.
Unsere Unterstützungsangebot besteht weiterhin. Die Karte finden Sie hier, oder senden Sie eine Email an :
Abt-StadtplanungKlimaschutz@ueberlingen.de


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Informationen und Grundlagen zu Zielen des Projekts

Copyright Bundesstiftung Baukultur
ZIEL 1: INNENENTWICKLUNG
Städte wachsen ins Umland, wertvoller Grund wird verbraucht, zusätzliche Straßen und Kanäle müssen gebaut, der Verkehr nimmt zu und die Innenstädte leiden an Leerstand und Funktionsverlust.
„Nachverdichtung“ im bebauten Gebieten verfolgt das Ziel, eine höhere Einwohnerzahl auf der gegebenen Fläche zu realisieren. Eine höhere bauliche Dichte kann hierfür ein Mittel sein. Daneben sollen aber auch gezielt Maßnahmen angestoßen werden, die bei gleicher baulicher Dichte die Anzahl der Wohneinheiten erhöhen, indem etwa zusätzliche Einliegerwohnungen in bestehenden Häusern geschaffen werden und vorhandener Wohnraum intensiver genutzt wird.
Baukultur erklärt: Sechs Schritte zur Mitte:
ZIEL 2: GEMEINWOHL
Eine gerechte, nachhaltige Stadtentwicklung hat alle Bürger:innen im Blick. Eine gemeinwohlorientierte und offene Stadt der Vielen setzt auf Werte wie Solidarität, Gemeinschaft, Selbstwirksamkeit und Teilhabe. Im Kern geht es dabei um die Frage, wie das Wohl jedes und jeder einzelnen innerhalb einer Gemeinschaft sichergestellt werden kann.
Nationale Stadtentwicklungspolitik - Neue Leipzig-Charta



ZIEL 3: QUARTIERSCHARAKTER ERHALTEN
Im Quartier sind noch einige ortsbildprägende Zeugen zurückliegender Jahrzehnte erhalten. Alte Bäume, grüne Freiraumstrukturen und viele Bezüge zur umgebenden Landschaft machen die Wohnqualität aus.
Der Nachverdichtungsprozess soll daher ortsbildverträglich gesteuert werden.
Auf der Ebene der Grundstücksgrenzen soll ein Regelwerk erarbeitet werden, das die quartierstypische „Körnung“ stärkt und Grundstückszusammenlegungen bzw. weitere Grundstücksteilungen überwiegend vermeidet. Für zusätzlich erforderliche Zufahrten („Hinterlieger“) sollen flächensparende Lösungen erarbeitet werden, etwa über gemeinsame Nutzungen von Zufahrten durch Nachbarn.
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Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) mit Analysen und Zielen:
THEMEN DER STADTENTWICKLUNG
Welche Unterstützung bei Umbau, Sanierung und Ertüchtigung Ihres Hauses/Ihrer Wohnung brauchen Sie?
Das Formular finden Sie hier:

Erste Ergebnisse zur Rahmenplanung finden Sie hier:
Phasen
Analyse/Testenwürfe

Flächen gewinnen durch Innenentwicklung
Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen fördert im Rahmen des Programms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ in diesem Jahr neunzehn Projekte sowie einen neuen Flächenmanager mit rund 941.000 Euro. Mit den Konzepten sollen durch mehrfache Nutzung von Flächen die Stadt- und Ortskerne belebt sowie der Außenbereich geschont werden. Die Stadt Überlingen erhält für die Maßnahme zur Wohnraumbeschaffung und Nachverdichtung im Bestand „Alte Owinger-/Owinger Straße“ eine Fördersumme von 78.001,50 Euro.
Das bis zum 31.08.2026 laufende Projekt wird durch ein interdisziplinäres Planungsteam aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Bürgerbeteiligung ein Rahmenwerk erarbeiten, mit dem eine Aktivierung und Steuerung des Innenentwicklungspotentiale erreicht werden soll. Gegenüber einer ungelenkten Verdichtung („schleichende Nachverdichtung“ nach §34: Aufkaufen und zusammenlegen von Grundstücken durch Bauträger, Bebauung mit ortsbildfremden Geschoßwohnungsbauten) erlaubt eine Steuerung der Verdichtung, den Quartierscharakter zu erhalten und eine klimagerechte, ressourcenschonende Innenentwicklung einzuleiten.
Aufgrund der kleinteiligen Eigentümerstruktur soll ein Bürgerdialog die Konzeptentwicklung begleiten und inspirieren. Eine Anknüpfung bei der Bewohneridentifikation wirbt für Kooperation, sensibilisiert für gemeinwohlorientierte Maßnahmen und stärkt den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft.
Zusätzlich erlaubt der Prozess eine Verknüpfung mit der Klimawandelanpassung der Gesamtstadt. So können beispielsweise stadtklimatische Funktionen des Freiraumes, etwa Kaltluftbahnen, gestärkt und bestehende Gehölzstrukturen gestärkt werden. Artenreiche Randbereiche können identifiziert, geschützt und erhalten werden.
„Verdichtung“ verfolgt das Ziel, eine höhere Einwohnerzahl auf der gegebenen Fläche zu realisieren. Eine höhere bauliche Dichte kann hierfür ein Mittel sein, daneben sollen aber auch gezielt Maßnahmen angestoßen werden, die bei gleichbleibender baulicher Dichte die Anzahl der Wohneinheiten erhöhen, indem etwa Einliegerwohnungen in bestehenden Häusern geschaffen werden und vorhandener Wohnraum intensiver genutzt wird.
Auf der Ebene der Grundstücksgrenzen / der Parzellierung soll ein Regelwerk erarbeitet werden, das die quartierstypische „Körnung“ stärkt, Grundstückszusammenlegungen bzw. weitere Grundstücksteilungen überwiegend vermeidet und so den Nachverdichtungsprozess ortsbildverträglich steuert. Für zusätzlich erforderliche Zufahrten („Hinterlieger“) sollen flächensparende Lösungen erarbeitet werden, etwa über gemeinsame Nutzungen von Zufahrten durch Nachbarn.
Mit der Entwicklungsmaßnahme soll der Quartierscharakter und die Identifikation der Bewohner gestärkt werden. Dabei sollen innovative Wege der Siedlungsentwicklung eingeschlagen werden, die Klimawandel, Ressourcenmangel und demografischem Wandel Rechnung tragen.
Die Konzeptentwicklung muss daher seitens der Bürgerschaft als kooperatives Verfahren wahrgenommen werden, in dem sie ihre Erfahrungen und Perspektiven einbringt, den Nutzen erkennen, aber auch die übergeordneten Ziele der Kommune nachvollziehen können.
Das Beteiligungsverfahren sieht sowohl eine breite Information über die städtische Beteiligungsplattform (ueberlingen.govocal.com) sowie auf Tafeln im Quartier vor als auch drei aufeinander aufbauende Werkstätten vor – von der Information/Bestandsaufnahme über die Erarbeitung von Konzepten und Handlungsansätzen bis zur Diskussion der Ergebnisse. Das Beteiligungsverfahren soll die Balance zwischen „Wertsteigerung“ über höhere bauliche Ausnutzung und „Gemeinwohlorientierung“ mittels Qualitätssteigerung (begleitende energetische Sanierung, Stärkung der Grünstruktur, Aufwertung des öffentlichen Raums etc.) absichern. Die Bewohnerschaft soll sowohl für die baukulturellen Qualitäten ihrer Siedlung als auch für die Gelegenheiten baulicher Veränderung sensibilisiert werden, wie sie etwa der Übergang von Lebensphasen darstellt. Der Bürgerdialog fördert Akzeptanz, Mitwirkungsbereitschaft und sichert frühzeitig das Gelingen.
Die Auftaktveranstaltung findet am Samstag, den 29.März 2025 von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Kernstadt Feuerwehr, Schlachthausstraße 12 in Überlingen statt. Dazu sind alle Interessierte aus dem Untersuchungsgebiet herzlich eingeladen. Näher Infos folgen rechtzeitig.
Aktuelle Veranstaltungen
Vergangene Veranstaltungen

Veranstaltungsdatum: Mai 8., 2026 um 12:00 bis Mai 25., 2026 um 12:30.
1 Teilnehmende

Veranstaltungsdatum: September 20., 2025 von 12:00 bis 16:00.
Hohle Straße
5 Teilnehmende

Veranstaltungsdatum: Juli 2., 2025 um 22:00 bis Juli 25., 2025 um 21:45.
Bahnhofstraße 4

Veranstaltungsdatum: Juni 23., 2025 von 12:00 bis 13:00.
Münsterstraße 15-17

Veranstaltungsdatum: April 8., 2025 von 17:00 bis 19:00.
Münsterstraße 15-17
2 Teilnehmende

Veranstaltungsdatum: März 29., 2025 von 14:00 bis 17:00.
Schlachthausstraße 12
7 Teilnehmende

