Umfrage Bürger:innen Ladeinfrastruktur
Wir möchten Ihre wertvolle Meinung zur Ladeinfrastruktur in Überlingen erfahren!
Wie zufrieden sind Sie mit den aktuellen Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge in unserer Stadt? Wo sehen Sie Potenzial für Verbesserungen? Elektromobilität ist ein zentrales Thema der Zukunft – doch wie stehen Sie dazu?
Darüber hinaus sind wir gespannt: An welchen Standorten in Überlingen wünschen Sie sich eine stärkere Präsenz öffentlicher Ladestationen? Ihre Antworten helfen uns, die Infrastruktur gezielt zu erweitern und das Angebot zu optimieren. Nehmen Sie teil und gestalten Sie die Zukunft der Mobilität in Überlingen aktiv mit!
Phasen
Ergebnisse
An dieser Stelle werden wir die Ergebnisse mit Ihnen teilen.
Phasenbericht
Zwischen dem 29. Oktober 2024 und dem 19. November 2024 führte die Stadt Überlingen eine Online-Umfrage zur Ladeinfrastruktur durch. An der Befragung, die aus 20 Fragen bestand, beteiligten sich insgesamt 184 Bürger:innen. Es war die zweite Umfrage dieser Art, die im Online-Format zur aktiven Bürgerbeteiligung durchgeführt wurde. Ziel war es, den aktuellen Zustand der Ladeinfrastruktur zu bewerten, mögliche Standorte für Ladesäulen zu identifizieren und den Bürger:innen Raum für Vorschläge zur künftigen Gestaltung der Ladeinfrastruktur zu geben.
Die gewonnenen Ergebnisse fließen in den laufenden Prozess zur Erstellung eines Fachkonzepts für die Ladeinfrastruktur ein. Die vorgeschlagenen Standorte werden mit den Vorschlägen aus der Verwaltung abgeglichen, und auf dieser Basis werden Standortsteckbriefe erstellt.
Für die Umfrage stellt der Teil der Gesamteinwohnerschaft (23.240 Einwohner:innen) der Stadt Überlingen die Grundgesamtheit dar. Bei einem Bevölkerungsanteil von 19.754 Einwohner/Innen älter als 18 Jahre (Stand 31.12.2023) würde sich ein repräsentatives Umfrageergebnis bei einer Stichprobe (Auswahl) von 379 Teilnehmer:innen ableiten. Die Anzahl der Teilnehmenden in der durchgeführten Online-Umfrage reichte nicht aus, um von einer Repräsentativität auszugehen. Dennoch liefern die Ergebnisse ein aussagekräftiges Stimmungsbild.
An der Umfrage beteiligten sich 118 Männer (64%), 62 Frauen (33%) und 4 Personen mit diverser Geschlechtsidentität (2%). Von den 183 Personen, die ihr Alter angegeben haben, waren:
- 17 Personen (9,2%) zwischen 20 und 29 Jahren alt,
- 45 Personen (24,5%) zwischen 30 und 39 Jahren,
- 41 Personen (22,4%) zwischen 40 und 49 Jahren,
- 33 Personen (18%) zwischen 50 und 59 Jahren,
- 33 Personen (18%) zwischen 60 und 69 Jahren,
- 12 Personen (6,5%) zwischen 70 und 79 Jahren,
- 2 Personen (1%) zwischen 80 und 89 Jahren.
Interessiert Sie das Thema Elektromobilität?
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass 75 % der Teilnehmenden ein starkes Interesse am Thema Elektromobilität haben, was eine erfreuliche Erkenntnis darstellt. Weitere 20 % gaben an, sich zumindest ein wenig für das Thema zu interessieren, was das allgemeine Interesse an Elektromobilität in Teilen der Bevölkerung unterstreicht.
Wie wichtig ist Ihnen der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Überlingen?
Zudem halten 50% der Befragten den Ausbau der Ladeinfrastruktur für äußerst wichtig und immerhin 32% empfinden das Thema als wichtig.
Besitzen Sie ein Elektrofahrzeug oder planen Sie, sich in naher Zukunft eines zu kaufen oder zu leasen?
Fast 40 % der Teilnehmenden besitzen bereits ein Elektrofahrzeug und sind somit unmittelbar vom Ausbau der Ladeinfrastruktur in Überlingen betroffen. Weitere 18 % planen, innerhalb der nächsten 12 Monate ein Elektrofahrzeug zu kaufen. Unter der Antwortoption „Sonstiges“ gaben einige Teilnehmende an, kein Auto zu besitzen, jedoch die Absicht zu haben, ein Elektrofahrzeug zu leasen.
Warum möchten Sie kein Elektrofahrzeug erwerben?
Es ist zu beachten, dass 45 % der Befragten keine Antwort auf diese Frage gegeben haben. Unter denjenigen, die geantwortet haben, nannten 16 % den hohen Preis und 10 % die geringe Reichweite als Gründe, warum sie kein Elektrofahrzeug erwerben würden. Unter der Kategorie „Sonstiges“ wurde vereinzelt angegeben, dass kein Bedarf an einem Elektroauto besteht, da ausschließlich der ÖPNV genutzt wird oder lediglich ein fahrtüchtiges Auto zur Verfügung steht. Zudem wurde erwähnt, dass auch bei der Herstellung von Elektroautos CO2-Emissionen anfallen.
Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie ein Elektroauto nutzen, wenn die Ladeinfrastruktur in Überlingen ausgebaut wird?
46 % der Befragten würden mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Elektroauto nutzen, wenn die Ladeinfrastruktur in Überlingen ausgebaut wird, und 28 % halten dies für wahrscheinlich. Weitere 13 % schätzen es eher als unwahrscheinlich ein.
Würden Sie die öffentliche Ladeinfrastruktur in Überlingen nutzen, wenn Sie ein Elektroauto hätten?
Wenn Sie bereits ein Elektrofahrzeug besitzen – wo laden Sie Ihr E-Fahrzeug überwiegend?
Es ist wichtig zu erwähnen, dass 54 % der Befragten kein Elektroauto besitzen. Unter denjenigen, die eine Antwort gaben, luden 24 % ihr Elektroauto überwiegend zu Hause, 11 % an ihrem Arbeitsplatz und 10 % unterwegs.
Wäre es grundsätzlich machbar, ein Elektroauto bei Ihnen zu Hause an einer privaten Wallbox aufzuladen?
Besteht für Sie grundsätzlich die Möglichkeit, Ihr Elektroauto an Ihrem Arbeitsplatz aufzuladen?
Bei 44% der Befragten besteht die Möglichkeit beim Arbeitgeber ihr Elektroauto zu laden, allerdings bei 41% nicht.
An welchen Orten in Überlingen halten Sie es für besonders wichtig, eine öffentliche Ladesäule zu installieren?
21 % der Befragten hielten einen Ausbau von Ladesäulen bei Supermärkten für sinnvoll, 18 % bei Freizeit- und Sporteinrichtungen, sowie 15 % jeweils am Arbeitsplatz und am Bahnhof. In der Kategorie „Sonstiges“ wurden 17 von 27 Antworten genannt, in denen der Ausbau von Ladesäulen in Parkhäusern und auf Parkplätzen als vorteilhaft angesehen wurde, da dies die zusätzliche Flächenversiegelung minimiert.
Was ist Ihnen bei öffentlicher Ladeinfrastruktur besonders wichtig?
26 % der Befragten wünschen sich einen günstigen Preis beim Laden, gefolgt von 21 %, die eine hohe Ladeleistung bevorzugen, und 13 %, die eine hohe Anzahl an Ladepunkten anstreben. Zudem gaben 12 % an, dass das Laden mit Ökostrom gewährleistet sein sollte. In der Kategorie „Sonstiges“ wurden in 7 von 14 Antworten die Option genannt, dass beim Laden im Parkhaus keine Parkgebühren anfallen sollten.
Die Bürger:innen wurden nach ihren Standortvorschlägen für Ladesäulen gefragt, und in den folgenden Abbildungen sind eine beziehungsweise drei Heatmaps zu sehen. Eine Heatmap ist eine Darstellungsform zur Visualisierung von Daten, bei der mit Farben gearbeitet wird, ähnlich den Darstellungen einer Wärmebildkamera. Diese Darstellungsweise ermöglicht es, zu erkennen, welche Standorte am meisten Aufmerksamkeit erhalten haben. So lässt sich ablesen, welche Vorschläge besonders gut angenommen wurden und welche weniger stark im Fokus standen.
Verorten Sie ihre Ladestation 1
Verorten Sie ihre Ladestation 2
Verorten Sie ihre Ladestation 3
Die folgenden Standorte wurden auf allen drei Karten als die am häufigsten vorgeschlagenen identifiziert:
- Parkplatz Piazza Einkaufszentrum
- Bahnhof / Busbahnhof Überlingen
- Parkplatz beim Edeka Supermarkt (Kurt-Hahn-Straße)
- Mantelhafen + Umgebung
- Strandbad Ost
- Bahnhofstraße, beim Bürgeramt
- Parkplatz Askaniaweg
Geschlecht
Wo wohnen Sie?
Welche Tätigkeit üben Sie derzeit aus?
Zu der Frage: "Haben Sie noch weitere Anmerkungen oder Ergänzungen die Ihnen bisher fehlen?" haben 52 Personen Rückmeldung geben. Wir haben die Rückmeldungen in drei Überthemen zusammengefasst.
Weiterer Ausbau:
- Die Befragten sprechen sich für einen Ausbau der Ladeinfrastruktur aus, wobei der Fokus auf einer höheren Anzahl an Ladestationen liegt sowohl in der Innenstadt als auch außerhalb, etwa auf öffentlichen Parkplätzen und in der Nähe von Hotels. Zudem werden Ladestationen an attraktiven Standorten, wie Einkaufszentren oder entlang der B31, vorgeschlagen, ergänzt durch zusätzliche Infrastruktur.
- Einige Teilnehmende kritisieren die aktuellen Lade- und Parkkosten und schlagen vor, das Laden auf Firmenparkplätzen mit Solardächern oder bei Unternehmen während der Wochenenden und nachts zu ermöglichen. Gleichzeitig wird betont, dass vor einem Ausbau der Ladeinfrastruktur ausreichend erneuerbare Energiequellen geschaffen werden sollten.
- Die Trennung von Lade- und Parkgebühren wird als wichtig angesehen, um das Laden attraktiver zu gestalten. Zudem wünschen sich die Befragten eine stärkere Ausrichtung der Ladeinfrastruktur an den Bedürfnissen von Touristen und Bewohnern von Mehrparteienhäusern. Eine Vereinheitlichung der Ladekarten und eine Verbesserung der bestehenden Ladesäulen werden ebenfalls gefordert. Abschließend wird die Idee eines Park-und-Bus-Konzepts zur Entlastung der Innenstadt angeregt.
Preisgestaltung & Bezahlsystem:
- Die Befragten äußern insbesondere Bedenken hinsichtlich der Kosten für das Laden von Elektrofahrzeugen. Dabei wird vor allem die Kombination aus Lade- und Parkgebühren kritisiert. Einige schlagen vor, dass während des Ladevorgangs keine Parkgebühren erhoben werden sollten. Zudem wird die Preisgestaltung der Stadtwerke als zu hoch empfunden, wodurch alternative Anbieter wie ENBW bevorzugt werden.
- Ein weiteres oft angesprochenes Thema ist die Bezahlung an den Ladesäulen. Die Teilnehmenden wünschen sich eine einheitliche und unkomplizierte Zahlungsmöglichkeit, idealerweise per EC-Karte. Die Nutzung verschiedener Ladekarten und Apps wird als hinderlich wahrgenommen.
- Auch die Verfügbarkeit von Ladesäulen, insbesondere außerhalb von Parkhäusern, wird als unzureichend beschrieben. Viele fordern eine höhere Anzahl an Ladepunkten, um Strafgebühren bei längeren Standzeiten zu vermeiden. Zusammenfassend zeigt sich der Wunsch nach einer kostengünstigeren und benutzerfreundlicheren Ladeinfrastruktur mit einfacheren Zahlungsmethoden und einer besseren Verfügbarkeit von Ladestationen.
Verbesserung:
- Die Befragten äußern vielfältige Wünsche und Vorschläge zur Verbesserung der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Besonders betont wird die Notwendigkeit, beim Ausbau auf zusätzliche Flächenversiegelung zu verzichten und stattdessen bestehende Parkflächen, etwa die von Lebensmittelmärkten, zu nutzen. Die Bereitstellung von Lademöglichkeiten für Fahrräder und E-Bikes wird als ebenso wichtig angesehen wie die Einführung von Carsharing-Angeboten mit Elektroautos.
- Ein zentraler Wunsch ist der Ausbau öffentlicher Ladestationen, die den Bedürfnissen von Touristen und Bewohnern von Mehrparteienhäusern gerecht werden. Gleichzeitig wird eine verbesserte Beschilderung der Ladepunkte sowie die Installation von Überdachungen gefordert. Darüber hinaus sollte der technologische Wandel bei der Planung berücksichtigt werden, etwa durch lokale Energieerzeugung und berührungsloses Laden.
- Kritisiert werden die hohen Kosten für das Laden und Parken, die oft belegt oder zu langsam arbeitenden Ladepunkte sowie die unzureichende Verfügbarkeit von Schnelllademöglichkeiten. Als Lösung werden die Erneuerung und Erweiterung bestehender Ladeinfrastruktur sowie die Ausstattung von Firmenparkplätzen mit Solardächern und Wallboxen vorgeschlagen. Diese Parkplätze könnten auch außerhalb der Arbeitszeiten genutzt werden.
- Zudem wird angeregt, attraktive Parkmöglichkeiten außerhalb der Innenstadt mit einer Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr zu schaffen, um den Verkehr in der Kernstadt zu entlasten. Abschließend wird darauf hingewiesen, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur erst erfolgen sollte, wenn ausreichend erneuerbare Energien verfügbar sind, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.

